Bei den Wildcats stehen sieben Spielerinnen im Kader, die beim Gegner in Schwerin aktiv waren
Wenn die Volleyballerinnen der Stralsunder Wildcats heute Abend beim VCO Schwerin aufschlagen, kehren gleich sieben Spielerinnen des 1. VC an ihre alte Wirkungsstätte zurück. Dana Polenz, Lene Scheuschner, Bentje Bornath, Lisa Schulmeister, Swantje Basan, Laura Kurtze und Madleen Piest haben alle eine Schweriner Vergangenheit. Damit haben mehr als die Hälfte der Spielerinnen aus dem aktuellen Wildcats-Kader bereits für die Landeshauptstädterinnen gespielt. Diese enge Verbundenheit zwischen Stralsund und Schwerin bringt extra Brisanz in das einzige MV-Duell in der 2. Bundesliga.


„Das ist definitiv ein Highlight in Schwerin zu spielen“, freut sich Bentje Bornath. Die gebürtige Schwerinerin verließ im vergangenen Sommer nach acht Jahren den Schweriner SC, dem die Erstligamannschaft SSC Palmberg und dessen Talentteam VCO angehören. Die 20-jährige hatte nach ihrem Abitur 2017 ein Studium an der Universität Rostock begonnen und gleichzeitig das Angebot bekommen, für Stralsund zu spielen. Vor nicht einmal zwei Jahren kämpfte Bornath noch an der Seite ihrer VCO-Kapitänin Laura Kurtze gegen die Wildcats – und verlor beide Zweitligaduelle mit 0:3. Heute Abend will sie ihre ehemaligen Mitspielerinnen ärgern. „Es ist immer ein tolles Gefühl, gegen die alten Kolleginnen zu spielen“, meint Bornath, die noch viele Frauen aus dem aktuellen VCO-Kader kennt. „Wir haben regelmäßig Kontakt. Immer wenn ich in Schwerin bin, schaue ich beim Training oder Spiel vorbei.“
Lene Scheuschner kennt dagegen keine mehr aus der Schweriner Mannschaft. Das letzte Aufeinandertreffen zwischen Stralsund und dem VCO, bei dem die heutige Wildcats-Kapitänin noch das Schweriner Trikot trug, ist bereits über vier Jahre her. Scheuschner wechselte in der 10. Klasse auf das Sportgymnasium in der Landeshauptstadt, um es zwei Jahre später Richtung Berlin wieder zu verlassen. Die Zeit beim VCO hat sie dennoch geprägt. „Für die sportliche Entwicklung war Schwerin ein guter Schritt. Dort ist die Schule besser mit dem Sport vernetzt als in Stralsund. Man hatte zwei Mal Training pro Tag und in der zweiten Liga konnte man gut lernen“, erinnert sich Scheuschner. Mit dem Schweriner Nachwuchs feierte die Medizinstudentin einen ihrer größten Erfolge, wurde 2014 Deutscher U-18-Meister.
Auch Bornath hat dem Schweriner SC einige Nachwuchsmeisterschaften gespielt. Mittlerweile ist sie in ihrem zweiten Jahr im Frauenbereich angekommen, und mit zahlreichen ehemaligen Schwerinerinnen in Stralsund wieder vereint. An den Wildcats schätzt sie die Erfahrung des Teams. „Hier sind alle reifer und gehen ganz anders mit brenzligen Situationen um“, beschreibt die Libera, die als Außenangreiferin agiert. „In Stralsund ist man gereift. Das ist angenehmer Leistungssport“, stimmt Scheuschner ein und weiß um die Schwäche der unerfahrenen Schweriner Mannschaft: „Als junges Team ist man ziemlich unkonstant.“
Das schlug sich bislang auch in den Ligaergebnissen nieder. Der VCO, der dank des Sonderspielrechts weder auf- noch absteigen kann, hat nach fünf Partien erst einen Satz gewonnen. Zuletzt unterlagen die Schwerinnen dem VT Hamburg mit 0:3. Für die Wildcats war Schwerin zuletzt stets ein gutes Pflaster. Stralsund gewann die letzten fünf Vergleiche, die letzte vier jeweils mit 3:0. Wenn es nach Bentje Bornath ginge, würden die Wildcats diese Serie ausbauen. Einen Punkt gönnt sie ihren Ex-Kolleginnen nicht. „Wie das Spiel heute Abend ausgeht? Ich hoffe auf ein 3:0 für uns“, lacht die Schwerinerin im Stralsund-Trikot.
Von Horst Schreiber