Stralsunder Volleyballerinnen nehmen Schwung aus dem Sieg gegen Bonn mit und feiern nach mäßigen Erwartungen ein perfektes Wochenende. Die Mannschaft verkraftete dabei einen Schockmement nach der Verletzung von Zuspielerin Lisa Senger.

 

Für die Volleyballerinnen der Stralsunder Wildcats hätte der Doppelspieltag in der 2. Bundesliga kaum besser laufen können. Nachdem am Sonnabend bereits Fortuna Bonn mit 3:0 (29:27, 25:23, 25:21) glatt geschlagen wurde, nahm die Truppe von Trainer André Thiel den Schwung mit in die Partie gegen BBSC Berlin. Nach nur gut 70 Minuten Spielzeit mussten auch die Hauptstädterinnen ohne Satzgewinn im Gepäck wieder vom Strelasund abreisen. Die Partie endete 3:0 (25:18, 25:20, 25:18) für die Wildcats.

"Vor dem Spiel gegen so einen starken Gegner ist man als Sportler anders angefixt. Da ist es einfach die Spannung von Beginn an hoch zu haben", sagte Wildcats-Coach André Thiel. Während die Stralsunderinnen von Beginn an hellwach waren, brauchten die Gäste Zeit, um in die Partie zu finden. Beim 5:0 hatte BBSC-Trainer Robert Hinz bereits beide Auszeiten genommen. Bis zur technischen Auszeit beim 8:4 hatten die Berlinerinnen noch nicht einen eigenen Angriff durchgebracht. "Das bringt uns natürlich ins Spiel. Wir kriegen früh ein paar 'Dankebälle' und können dadurch alle drei Angreiferinnen ins Spiel bringen", analysiert André Thiel die Anfangsphase.

Erst zum Ende des Satzes fanden die Gäste ins Spiel, da waren die Wildcats aber bereits mit 20:10 enteilt. Nach einer Auszeit bei 22:17 fingen sich die Gastgeberinnen und Anne Krohn, die erneut zur wertvollsten Spielerin gewählt wurde, brachte den Ball zum 25:18 unter. Der Aufwärtstrend des BBSC ging in Satz zwei zunächst weiter. Schnell liefen die Wildcats einem Drei-Punkte-Rückstand hinterher. Bis zur technischen Auszeit hatten sie das Spiel ausgeglichen. "Wir haben heute konstant gespielt und in unseren Schwächephasen hat Berlin es nicht geschafft wegzuziehen", bewertete Thiel die spannendste Phase des Spiels.

Den Problemen seines Teams war ein Schockmoment vorausgegangen. Zuspielerin Lisa Senger, die bis dahin ein starkes Spiel machte, knickte um und musste vom Feld. "Das tut mir für sie unglaublich leid. Sie ist so stark aus der langen Spielpause gekommen, dass man fast glauben konnte, dass es die nie gegeben hätte. Dann so arg ausgebremst zu werden ist einfach schade", fühlte Thiel mit seiner Spielerin. Eine Diagnose, wie lange Senger ausfallen wird, gab es nach dem Spiel noch nicht, Thiel hofft aber auf das Beste: "Wir hoffen, dass die Verletzung nicht so schlimm ist und sie schnell wieder dabei ist. Ich bin mir sicher, dass sie im Kopf so gut drauf ist, dass sie dann direkt wieder an ihre Leistungen anknüpfen kann."

Nach einigen wackeligen Aktionen war sein Team dann aber wieder voll da und zog auf 21:17 davon - der Vorsprung hielt bis zum Satzende. Diese starke Phase hielt im dritten Satz an. Schnell zogen die Wildcats auf 12:6 davon, wodurch der Widerstand des BBSC gebrochen war. Mit 25:18 ging auch der letzte Durchgang souverän nach Stralsund. "Dass wir so konstant gespielt haben hat gezeigt, dass der Weg, den wir für das Wochenende gewählt haben, der richtige war", so Thiel. Der Trainer hatte auch nach dem deutlichen 3:0 im Spiel zuvor seine Erwartungen nicht hochgeschraubt, sondern auf die notwendige Entwicklung seiner Mannschaft ohne Training verwiesen.

von Niklas Kunkel