VfL Oythe spielte gut, 1. VC Stralsund besser – Volleyballerinnen vom Sund halten mit elften Erfolg ohne Satzverlust Zweitliga-Konkurrenz auf Abstand

Den Siegestanz müssen die Stralsunder Wildcats noch üben. Bei der spontanen Feier-Einlage mit den Fans hüpfen einzelne Volleyballerinnen zu früh los.

Die Freude über den 14. Sieg im 17. Spiel nach dem 3:0 (25:19, 25:15, 25:16) über VfL Oythe war wohl einfach zu groß. Wildcat Tara Jenßen konnte das bestätigen: „Es hat von Anfang an gut gepasst. Wir haben Oythe unser Spiel aufgedrückt. Ziemlich geil!“

Vor 475 Fans, die den Zweitligaspitzenreiter schon beim Warmmachen beklatschten, lagen die Gastgeberinnen im ersten Satz durchweg in Führung (4:1, 7:4). Der Vorsprung wuchs zur zweiten technischen Auszeit auf beruhigende vier Zähler, schmolz kurz darauf aber auf ein Pünktchen (17:16). Die Entscheidung fiel dann durch Schwächen der Gegner – vier Block- und drei Angriffsfehler (21:17, 25:19).

Das Satzende trübte etwas das Gesamtbild, denn auch die Gäste aus Vechta sorgten für ein sehr gutes Zweitligaduell, der VfL schlug hart auf und griff druckvoll an. „Nur hat dieser Druck hier in Stralsund nicht gereicht, um zu gewinnen. In anderen Spielen hätte das zu Satz- und Spielgewinnen geführt“, sagte Oythes Trainer Ali Hobst. „Was uns den Zahn gezogen hat, war Stralsunds Block-Feld-Abwehr.“

Hobsts Eindruck täuscht nicht. Mehr als zehn Mal kratzten die Wildcats im Mittelsatz den Ball nach Gäste-Angriff vom Boden. Im gesamten Spiel erzielten sie 13 direkte Blockpunkte.

So blieben die zwei kurzen VfL-Führungen im zweiten Satz nur Strohfeuer (4:3, 5:4). Danach übernahm der Tabellenführer wieder das Zepter und spielte sich durch Aufschlagserien von Anne Krohn (13:12 bis 17:12) und Dana Polenz (20:15 bis 25:15) frei. Wieder schlichen sich bei Oythe Fehler am Satzende ein. Die letzten fünf Angriffe sorgten für Wildcats-Punkte, zwei davon blieben im Block hängen.

Im dritten Satz durfte Laura Kurtze (9 direkte Angriffspunkte), die hinter Krohn (10) und Madleen Piest (11) drittbeste Stralsunder Punktesammlerin wurde, neun Mal in Folge zum Aufschlag (7:6 bis 14:7). Das konterte Oythes Amerikanerin Kelsey Collasius mit fünf brettharten Sprungaufschlägen. Doch die Aufholjagd zum 16:21 reichte nicht mehr. Tara Jenßen, die unter der Woche ihre letzte Bachelor-Prüfung bestanden hatte, blockte den Matchball. „Läuft bei mir diese Woche“, grinste die Universal-Spielerin.

Bei ihrem Team läuft es schon die gesamte Saison. Ali Hobst weiß, warum: „Ein gutes Team macht aus, dass es auch in out-of-system-Situation, also wenn die Annahme/Abwehr nicht gut ist, trotzdem noch gute Lösungen kreiert. Und das macht Stralsund besser als alle anderen Mannschaften der Liga.“

Die einzige Ausnahmesituation mit Steigerungspotenzial scheint auch nach 14 Versuchen der Jubel nach einem Spielgewinn zu sein. Wenn die Erfolgsserie so weitergeht, haben sie nur noch knapp einen Monat Zeit, dann muss ein eventueller Meisterschaftstanz sitzen.

Derzeit haben die Wildcats sechs Punkte Vorsprung auf Verfolger BBSC Berlin, allerdings ein Spiel weniger absolviert. Am kommenden Wochenende pausiert die Liga. Danach sind die Stralsunderinnen beim Meister und Ligadritten Skurios Volleys Borken gefordert.

Von Horst Schreiber und Niklas Kunkel